Eine Studie über die Nutzung von Online-Communities aus dem Jahr 2008, durchgeführt von der Kölner Beratungsfirma Brain Injection und der Cologne Business School, liefert interessante Einsichten im Hinblick auf Nutzerverhalten und Beliebtheit verschiedener Funktionen von Online Communites wie StudiVZ, Facebook, MySpace oder Xing.
So sind die drei am meisten genutzten (und somit evtl. auch entscheidend für einen Erfolg gegenüber Misserfolg) Funktionen in allen untersuchten Social Networks
- Bilder Uploads
- ein Nachrichtensystem
- die Buddyliste.
Auf der Liste mit 16 Funktionen lagen ganz abgeschlagen Funktionen wie “Gruscheln” (StudiVZ) oder “Poke” / “Anstupsen” bei Facebook (Platz 13) oder die schon seit Urzeiten bekannte “Voting” Funktion (Platz 15). Auch Community eigene Features (sozusagen die Alleinstellungsmerkmale) waren äußerst unerfolgreich: Platz 16. Hierbei muss natürlich auch beachtet werden, dass es solche “eigenen Features” häufig nur für kurze Zeit gibt (s. Facebook’s Poke vs. StudiVZ Gruscheln) und hier daher die Studie auch einen falschen Eindruck entstehen lassen kann.
Als drei Top Themen innerhalb eines sozialen Netzwerks wurden in der Studie
- Flirt & Liebe
- Party
- Musik
identifiziert.
Während der größte “Aktivitäts”-Driver der einzelnen User die eigene Selbstdarstellung ist (66,5 %), nutzen die User soziale Netzwerke auch noch um gemeinsame Aktivitäten zu planen (63,3 %), aus reiner Neugierde (51 %) oder für die Partnersuche (49,3 %).
Im Hinblick auf die 90,9,1 Regel der Nielsen Gruppe liefern die Autoren eine anderslautende Einschätzung der Situation:
Aus diesen Überlegungen lässt sich die wichtige Schlussfolgerung ableiten, dass sich die von Nielsen beschriebene Daumenregel „langsam rauswächst“, d.h. seine und unsere Eindrücke sind an sich nicht widersprüchlich, sie betrachten nur unterschiedliche Altersgruppen von Internetnutzern. Fest steht jedoch, dass der Prozentsatz der Aktiven allein schon deshalb stark steigen wird, weil die nachwachsenden Generationen einen viel höheren Aktivitätslevel entfalten.
In der Studie wird auch eine Übersicht über die am häufigsten genannten Erfolgsfaktoren geliefert:
Alle 400 eigenständigen Communities wurden detailliert qualitativ analysiert. Bei der Aggregation der Ergebnisse wurde von den Forschern fast durchweg als Erfolgsfaktor einer Community der starke Zielgruppenfokus genannt. Am zweithäufigsten wurden Fotos als zentrales Thema einer Community analysiert, die die Neugier der potentiellen Mitglieder anzieht und auch eigene Mitglieder an die Community bindet.
Die am häufigsten genannten Erfolgsfaktoren als Fazit der Auswertung waren:
- Klarer Zielgruppenfokus
- Anschauen von Fotos
- Sehr große Zielgruppe
- Möglichkeit, sehr viele Bilder hochzuladen
- Starke Bindung der Mitglieder untereinander
- Interessantes Thema
- Flirtmöglichkeit
- First Mover
- Leichte Benutzerführung
- Elitär
- Große Anzahl an Mitgliedern
- Zielgruppe hat hohe Internet‐Affinität
In der Studie wurden aus über 400 Communites (mit jeweils mindestens 1000 Mitgliedern) 100 Profile einzelner Mitglieder anhand verschiedener quantitativer und qualitativer Kriterien analysiert.
Die gesamte Studie kann unter diesem Link kostenlos (nach Anmeldung bei Brain Injection) im PDF Format heruntergeladen werden (im Übrigen die erste Studie, in dessen PDF Werbung mit eingebettet wurde – interessante Form).
Sehr wertvoll, vielen Dank!!!
Ich plane eine weitere, einzigartige, noch nie dagewesene community http://zeu.gs für den deutschsprachigen Markt. Da kommt mir diese Studie sehr gelegen.
Gruß
BuzzEins